Partnerschaft für mehr Kreislaufwirtschaft am Bau GVSS und Circle arbeiten für eine nachhaltige Transformation der Bauwirtschaft zusammen 

 

Der Gesamtverband Schadstoffsanierung e.V. (GVSS) und Circle gehen eine strategische Partnerschaft ein, um die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen gezielt voranzubringen. Gemeinsam wollen beide Organisationen den Stoffkreislauf zwischen Gebäudebestand, Rückbau, Recycling und Neubau schließen und damit die Voraussetzungen für den hochwertigen Wiedereinsatz mineralischer Rohstoffe schaffen. 

Der Gebäudebestand von heute ist das Rohstofflager von morgen 

Schadstoffe müssen frühzeitig erkannt, fachgerecht ausgeschleust und Stoffströme qualifiziert erfasst werden, damit wertvolle Baustoffe wiederverwendet werden können. An dieser entscheidenden Schnittstelle bringt die neue Kooperation die Expertise von GVSS und Circle zusammen: von der Schadstoffsanierung über den Rückbau und das Recycling bis hin zum zirkulären Planen und Bauen. 

Die Dringlichkeit dieses Ansatzes ist groß: Rund 80 Prozent der Gebäude in Deutschland wurden vor dem Asbestverbot errichtet. In einem erheblichen Anteil der vor 1994 errichteten Bauwerke sind Asbestprodukte verbaut. Hinzu kommen weitere Schadstoffe und Verbundmaterialien, die eine sortenreine Rückgewinnung von Rohstoffen erschweren. 

Besonders deutlich wird dies am Beispiel von Stahlbetonbauwerken mit asbesthaltigen Abstandhaltern oder Rohrhülsen. Betonabbruchmaterial macht rund 20 Prozent der mineralischen Bauabfälle in Deutschland aus. „Mit der anstehenden Sanierung zahlreicher Brücken und Infrastrukturbauwerke wird das Aufkommen mineralischer Bauabfälle weiter steigen“, erklärt Olaf Dünger, Vorstandsvorsitzender des GVSS. „Damit diese wertvollen mineralischen Rohstoffe hochwertig recycelt werden können, müssen schadstoffbelastete Bauteile zuverlässig identifiziert und vor der Aufbereitung entfernt werden. Voraussetzung dafür sind eine umfassende Bestandsaufnahme, eine koordinierte Planung und die frühzeitige Einbindung aller Beteiligten“, so Dünger. 

Circle vereint mehr als 90 Unternehmen der Bau- und Kreislaufwirtschaft 

Der Circle ist ein Netzwerk von Unternehmen und Fachleuten aus der Bau-, Immobilien- und Kreislaufwirtschaft. Circle versteht sich als Ort für zirkuläres Bauen, an dem an echten Lösungen direkt miteinander gearbeitet wird. Mit einem physischen Standort in Offenbach am Main, Pilotprojekten sowie Formaten wie dem Circle Hub (Arbeitsplattform) und dem Circle Cube (Ausstellungs- und Demonstrationsbereich) verbindet der Circle Wissen, Anwendung und Zusammenarbeit in einem funktionierenden Gesamtsystem. Ziel ist es, Materialien länger im Kreislauf zu halten, Recyclingrohstoffe stärker zu nutzen und Akteure entlang der Wertschöpfungskette miteinander zu verbinden. 

Der GVSS fördert bereits heute bundesweit den fachlichen Austausch entlang der gesamten Wertschöpfungskette, unter anderem mit dem BMKE e. V. und dem BDE e. V. Mit Circle erweitert der GVSS sein Netzwerk um mehr als 90 Unternehmen und Akteure, die Kreislaufwirtschaft in der Baupraxis erfolgreich umsetzen. 

„Die Herausforderungen der Transformation lassen sich nur gemeinsam lösen. Kreislaufwirtschaft entsteht dort, wo Planer, Bauherren, Rückbauunternehmen, Schadstoffexperten, Recycler und Baustoffhersteller frühzeitig zusammenarbeiten. Mit dem GVSS gewinnen wir einen starken Partner, dessen Expertise den entscheidenden Baustein liefert, um Stoffkreisläufe tatsächlich zu schließen. Unser Ziel ist es, Wissen zu vernetzen und praxistaugliche Lösungen zu entwickeln, um den Wandel der Bauwirtschaft hin zur Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen“, betont Daniel Imhäuser, Geschäftsführer der Blasius Schuster GmbH & Co. KG und Initiator des Circle.